3 Sterne                      14.02.2020

 

"Ich spreche zur Seite: ich will nur meine Erinnerungen mit jetzt vergleichen." Seite 392

 

Dies ist die Geschichte einer Familie vor, während und nach dem Jugoslawienkrieg. Mir war der Handlungsstrang oft ein bisschen zu wirr, aber manche Sätze haben mich getroffen und ich habe weitergelesen, um nichts zu verpassen.

 

"Weil jeder alles sagen und denken und nicht sagen darf, und wie sollen Anführungsstriche für nichtgesagtes Denken aussehen, oder für gelogenes Sagen, oder für Denken, das gar nicht wichtig genug ist, um gesagt zu werden, oder für das wichtige Gesagte, das nicht gehört wurde?" Seite 120


5 Sterne                     08.02.2020

 

"Sie hatten jegliche Art von Maske abgelegt und waren auf wundervolle, lehrreiche und kraftvolle Weise sie selbst." Seite 229

 

Diese Biografie zeigt, hinter politischer Geschichte stehen Menschen und in diesem Fall ein besonders einfühlsamer, sympathischer, glaubwürdiger und offener Mensch.

 

Es ist die Sehnsucht in der Seele nach Chancengleichheit für alle Menschen auf der Erde, die die Menschen ungebrochen hoffen lässt.


4 Sterne                03.02.2020

 

Einkaufen, Kochen und Essen einmal anders

 

"Eines Abends füllte ich reife Feigen einfach spontan mit allem, was sonst noch im Garten reif war: Renekloden, Haselnüssen und frischen Maulbeeren, darüber träufelte ich etwas Zitronensaft." Seite 168

 

Ali Güngörmüs lebt seine unbändige Leidenschaft fürs Kochen und Leben und lässt seine Leser sehr erfolgreich daran teilhaben.

"Manchmal entdecke ich bei ihm Dinge, die ich auch nach 25 Kochjahren noch nicht kenne, zum Beispiel Tulpenpuder, der Blütenstaub von ganz frischen, jungen Tulpen." Seite 164


5 Sterne                 01.02.2020

 

"Die Ruhe ist tief." Seite 230

 

Wie kann man das nur schaffen? So lange? Bei den Temperaturen? Ganz besonders hat mich beeindruckt, dass Rosie Swale Pope so herrlich und respektvoll die Natur beschreibt. Dies ist einfach eine große Inspiration, die zum Nachmachen und zum Träumen bringt.

"Wenn es in Irland 40 verschiedene Arten von Grün gibt, so gibt es in den Wälern 40 verschiedene Arten von Stille."  Seite 230

 

"Jeder Tag kommt mit seinen eigenen Geschenken. Binde die Schleifen auf." Seite 239


5 Sterne                        29.01.2020

 

Der Schnee enthüllte eine geheime Welt voller Spuren von Hundepfoten, Stiefeln und winzig kleinen Kinderfüßen, ... (Seite 99)

 

Die Autorin ist selbst Therapeutin und kennt daher vielleicht sehr gut den Blick hinter die Fassade eines Psychiaters. Auf jeden Fall kennt sie die Ängste der Menschen vor dem Alleinsein, vor dem Sterben.

Was ist die größte Sehnsucht der Menschen? Und wieso ist es so schwer, sie zu benennen?


5 Sterne                    23.01.2020

 

Die raue Schönheit und die Macht der Berge / Monte Rosa

 

Unspektakulär, ruhig und spannend hat Paolo Cognetti einen Roman über eine lebenslange Männerfreundschaft, über Naturverbundenheit und über zwei ganz verschiedene Lebensweisen geschrieben.

 

"Während ich den Blick über die Senke schweifen ließ, glaubte ich zwei Jahreszeiten gleichzeitig zu sehen: auf der einen Seite Geröllfelder, Wacholder-, Rhododendronbüsche und seltene Lärchensträucher, auf der anderen Wald und Schnee." Seite 116


10 Sterne             16.01.2020

 

"Als ob sie bessere Flüchtlinge wären als du und deine Familie!" Seite 32

 

Man meint, man kann sich eine Flucht annähernd vorstellen. Gar nichts kann man. Und das macht dieses kleine Heftchen, das wie ein Reisepass aussieht, sehr deutlich.

Es gibt Denkanstöße zu den brennenden Fragen unserer Zeit.

 

So viele Menschen sind von einem selbstbestimmten und individuellem Leben sehr weit entfernt. Hieran zu arbeiten, ist die größte Aufgabe der Menschen.


9 Sterne                     16.01.2020

 

"Keiner rührte sich" Seite 61

 

Janne Teller möchte mit ihrem Roman versuchen, Bewusstsein zu schärfen. Ihr Buch hilft, Räume zu öffnen, in denen die Lebensfrage steht: Was ist der wahre Sinn den Lebens? Gibt es einen?

Es gibt vielschichtige und verwinkelte Antworten und Reaktionen. Werden Abgründe gezeigt oder wird Rettung geboten?

Nachdem das Buch im Jahr 2000 erschien, wurde es an dänischen Schulen verboten. Ein Jahr später erhielt es den Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministeriums. (!)

 

"Still. Stiller. Ganz still." Seite 35

"Kalt. Kälter. Frost, Eis und Schnee." Seite 89


2 Sterne               12.01.2020

 

"Es ist nicht wahr, dass Hummer stumm sind."

 

Der 13jährige Ich-Erzähler wächst bei seinen Großeltern auf, die ein großes norwegisches Berghotel in den 80er Jahren leiten und sehr an den alten Traditionen festhalten.

 

Läuft alles so gut, wie es scheint?

Ist der Niedergang des Hotels noch irgendwie aufzuhalten? Was genau ist mit den Eltern passiert?

Wie wird es mit dem Hotel zukünftig weitergehen?

Die Geschichte wird angenehm ruhig, bildhaft und unsentimental erzählt.


5 Sterne                        04.01.2020

 

"Haben Sie es wirklich geglaubt?"

 

Eigentlich möchte ich keine Romane mehr über diese Zeit lesen, aber nachdem man dieses Buch einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören.

 

Es gibt zwei Erzählebenen, Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1939 bis 1945 und der Mauerfall in Berlin 1989. Die Gegenwart kommentiert und spiegelt die Vergangenheit. Es geht um das Erleben des Zweiten Weltkrieges, um Schuld und das Weiterleben. Dieser Roman gibt eine gute Sichtweise auf den Alltag der Menschen, auf den Zugang zur Vergangenheit, auf Erkenntnis, auf Schweigen und auf das Licht der Wahrheit.


6 Sterne                     27.12.2019

 

"Mensch wärmt Mensch"

Seite 225

 

Es handelt sich um keine außergewöhnliche Geschichte, so ist es bestimmt in sehr vielen ländlichen Gegenden passiert. Was dieses Buch sehr besonders macht, ist die Erzählweise und Beobachtungsart von Dörte Hansen. Sie hat den Blick für das Wesentliche und am Ende möchte man eigentlich alle Figuren noch besser kennen lernen. Irgendwie ist der Roman ein wunderbare Mischung aus Schweigen und Wandlungen.

"Er fragte sich, ob dieser Brotschneider von Gott vielleicht ein Witzbold war." Seite 139 Ebook-Ausgabe


4 Sterne                    17.12.2019

 

Die Suche nach einem beständigen Alltag

 

Sehr einfühlsam und offen schreibt Erika Pluhar über die Kindheit ihrer Tochter aus Kindessicht.

Berühmte Eltern, Alkoholprobleme, wechselnde Beziehungen bei den Eltern, Asthma, Internatsleben, ...

 

Ich habe es gerne gelesen. Die Tochter nimmt die ständigen Veränderungen in ihrem Leben an, ohne aufzubegehren. Was hätte es auch gebracht?


4 Sterne                          01.12.2019

 

"Wir schaffen eine Wüste und nennen das Frieden." Seite 367

 

Endlich einmal wieder eine einfache und ruhige  Liebesgeschichte, das dachte ich zumindest vorher. Doch sie endet bevor sie überhaupt richtig beginnt tragisch im Jahr 1945 mit der Atombombe in Nagasaki. Plötzlich steckt der Leser mitten in einem Generationenroman, der an den verschiedensten Orten der Welt spielt und im Afghanistankrieg 2002 endet. Japan, Indien, Pakistan, New York ... eigentlich ist es auch ein historischer Roman.

 

Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch zu kaufen oder man leiht es sich bei mir.   :-)


7 Sterne                           28.11.2019

 

Leidenschaft macht einen Sinn.

 

Es liest sich wie ein Fotoalbum der Ich-Erzählerin, mit dem wir sie ein Jahr begleiten dürfen. Die Fotografin ist selbstbewusst und klebt mit einer großen Lebendigkeit jedes kleine Detail in ein zwangloses Miteinander. Alle Fotos möchten beieinander liegen und bilden ein großes Etwas. Bei der Betrachtung der einzelnen Fotos kommt eine Suche zum Vorschein, eine Suche nach der Erklärung der Welt.

Lola Randl hat die Fähigkeit, dem Leser ein komplexes Geflecht von Gefühlen und Naturbeobachtungen zu beschreiben, als würde man die Phantasie eines anderen Menschen betreten. Wunderbar!


4 Sterne                           24.11.2019

 

"Wie etwas übermitteln, was wir uns selbst kaum erklären können?" Seite 53

 

Marceline Loridan war Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Sie ist 1928 geboren und mit 90 Jahren verstorben.

 

Als sie 15 Jahre alt ist, wird sie (als Jüdin)  zusammen mit ihrem Vater deportiert. Nach einer sehr schlimmen Zeit überlebt sie, da der Krieg zu Ende ist. Doch ihr Vater ist verschollen. 70 Jahre später schreibt sie ihm einen Brief. 

Dies ist ein schmerzhafter und biografischer Bericht einer Zeitzeugin.

 

"Doch um leben zu können, war mir nichts Besseres eingefallen, als wie meine Onkel vor mir bis zur Unvernunft zu glauben, dass man die Welt verändern kann." Seite 49 Ebook-Ausgabe


5 Sterne                           20.11.2019

 

"zäh und ausdauernd"

 

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war Norwegen Ehrengast, daher wurden viele norwegische Autoren vorgestellt.

 

Dieser Titel und das Cover haben mich sofort angesprochen und besonders natürlich die Rahmenhandlung : Eine Wissenschaftlerin untersucht am nördlichsten Rand Norwegens die Einflüsse der Klimaveränderung auf die Seevögel.

 

Ich sah vor meinem inneren Auge schon die sensationellen Land- und Naturbilder und wurde auch nicht enttäuscht, die Autorin beschreibt sehr gut. Der Leser kann intensiv miterleben und der Stille und den Geräuschen lauschen.

Doch dann entwickelt sich dieser kurze Roman auch noch zu einer Familiengeschichte, die auf zwei Zeitebenen miteinander verknüpft zu sein scheint, und endet hochspannend. Lesenswert!

 

"Einen Wind, der sich in Stundenkilometern messen lässt, kann ich analysieren und bis zu einem gewissen Punkt verstehen, im Gegensatz zu Gefühlen, die sich jeglicher objektiven Messbarkeit entziehen." Seite 15 Ebook-Ausgabe

 

"Es war meine eigene Leere, die er widerspiegelte." Seite 69


8 Sterne                           19.11.2019

 

"Geheimnisse als Währung"

 

Es macht Spaß und berührt das Herz, wenn Sasa Stanisic seine Erzählungen vorliest.

Er beschreibt Menschen und Geschehnisse präzise und knapp, mit so viel Menschenkenntnis und Märchenhaftem, dass einem die Sprache wegbleibt. Leider sind die Erzählungen viel zu kurz.

 


8 Sterne                           02.11.2019

 

"42 Tote = 10.000 Franc.

Eine Zeile in der Bilanz." Seite 91

 

Sorj Chalandon gibt jedem Minenarbeiter, der bei dem Grubenunglück 1974 im nordfranzösischen Levin ums Leben kam, ein Gesicht, eine Geschichte, eine Familie und ein Leben. Damit legt er schützend seine Hand um sie und das tut so gut.

Es geht um Wahrnehmung, um Realität und ums Überleben. Die Unterschiede verschwimmen und enden in einem Gerichtsdrama.

 

"Da unten ist nichts zu sehen, es brennt noch." Seite 81


8 Sterne                                           25.10.2019

 

"Das schweigende Nein"

 

Nach zwei großen Kriegen entstand die Europäische Union. Die Menschen haben erkannt, dass sie besser zusammenarbeiten und nicht gegeneinander kämpfen.

Alte Heimat, Sprache, Glaube ... dieser Entwicklungsroman zeigt, es müssen alle Sprachen und Kulturen respektiert werden. Niemand darf ausgeschlossen werden, damit Frieden herrscht. Sehr lesenswert!

Seite 285

"Mutter sagt, man könne nur dann wirklich mutig sein, wenn man wisse, dass man der Schwächere sei."

 

Seite 293

"Das Gefährlichste auf der Welt seien Koffer, die vor ohnmächtiger, heimwehkranker Wut fast aus den Nähten platzten."

 

Seite 314

"Vielleicht ist das Vaterland nur ein Ort im Kopf. Etwas, von dem man träumt und von dem man singt. Vielleicht ist es auf keiner Karte zu finden, sondern nur eine Geschichte voller Menschen, denen man begegnet, und Orten, die man besucht, voller Bücher, die man gelesen, und Filme, die man gesehen hat."


5 Sterne                         21.10.2019

 

Es ist kein autobiographischer Roman? Es handelt sich bei dieser jüdischen Lebensgeschichte nicht um Erinnerungen?

 

Das ist sehr erstaunlich und der Roman umso lesenswerter. Die Autorin erzeugt mit ihrer humorvollen, zynischen und distanzierten Sprache eine tragikomische Stimmung.

 

Zwei Töchter kümmern sich um ihren dominanten und herrischen Vater, der natürlich die Familienhilfe selbstverständlich und fordernd annimmt. Die Töchter sind genervt, aber er ist und bleibt nun einmal auch der Vater. Jeder wird das nachvollziehen können.


5 Sterne                         17.10.2019

 

"Er war bereit, allen Widerstand aufzugeben." Seite 98

 

Was für ein Thema? Der ideale Ort für einen Selbstmord wird gesucht. Also ...

 

Gilbert, egoistisch und gleichzeitig hilfsbereit, kümmert sich um den lebensmüden Yosa, der aber auch gerne und aufmerksam lebt.

Die Handlung ist wahnsinnig und doppeldeutig, wie die Beschreibung der Farben und der Natur und immer wieder diese Sporttasche. Kino im Kopf - Ich sehe die zwei unterschiedlichen Männer im dunklen Wald daher tapsen, mit dem Strick, der zum Aufhängen dienen sollte, nun miteinander verbunden, damit sie sich nicht verlieren.

 

Seite 58

"Sie brauchten ihm jetzt wirklich nicht mit der Albernheit zu kommen, ihn mittels Bindfäden gängeln zu wollen, er hielt sich an ausreichend viele Vorschriften, wenn auch widerstrebend, und bei einem Waldspaziergang benötigte er keine Kontrolle und keine Bevormundung."

  • Hatte Gilbert einen wahren Begleiter oder handelte es sich um ein zweites Ich?
  • Gibt es Wissenschaftler, die über Bartmode forschen?
  • War alles nur ein Traum, eine Illusion mit wunderbaren Naturbeschreibungen?
  • Ist der Name Yosa Tamagotchi ein Witz und warum bleibt der Fuji immer unsichtbar?
  • Handelt es sich nur um die Suche nach einem würdevollen Ort für einen Selbstmordversuch? 

Shortlist Deutscher Buchpreis 2017


10 Sterne                  15.10.2019

 

"Zur Sprache kommen und zu Freunden." 

 

Nach dem Lesen hat man das Gefühl, nun ist alles zum Thema Herkunft und zum Thema Menschen gesagt. Ruhe und ein tiefes Verständnis macht sich breit, aber auch ziemliche Sorgen um unser Zusammenleben.

Bis man am Ende des Buches spielerisch wieder ins Leben zurückgeführt wird. Der Leser steht Kopf, weiß am Ende gar nichts mehr, ist aber absolut glücklich. Ein sehr beeindruckendes Buch.

 

Seite 152

"Zurechtzukommen als Bedürfnis und Handlung kannte fast jeder an der IGH. Manchen gelang es besser als anderen, das war der Hauptunterschied. Die Sehnsüchte der Ankömmlinge ähnelten sich oder waren nachvollziehbar. Zur Sprache kommen und zu Freunden. Zum Alltag kommen. Nach Hause zurückkehren, sofern ein Zuhause noch irgendwo existierte."

 

Seite 136

"Etwas können ist das Beste. Der Koffer aus Sprache ist mit mehr Gepäck leichter geworden."

 

Deutscher Buchpreis 2019


3 Sterne                        11.10.2019

 

Cover als Suchbild

 

Wer diesen Roman liest, muss damit rechnen, sich in der Geschichte zu verlieren und sich nicht mehr zurechtzufinden. Vieles bleibt ungesagt oder nur angedeutet.

 

Aber das Lesen von Marions Poschmanns Sätzen macht großen Spaß und beruhigt.

 

Seite 77

"Tagebau, das Erzeugen von Leere bei Tag und bei Nacht."

 

Seite 153

"Wo der Blick nicht hindringt, füllt sich das Dunkel mit Vorstellungen."

 

Seite 169

"Er bevorzugt innere Postkarten, das Wissen, irgendwo gewesen zu sein und einen Ort damit einzukassieren." 


10 Sterne                       05.10.2019

 

"Im Grunde hat er einen schönen Sarg." Seite 227

 

Ich weiß nicht, was ich am besten finden soll. Ist es die Erzählperspektive in der Tagebuchform, ist es das vielschichtige Wissen, was der Leser über Bienen erhält, ist es die Ehrlichkeit, sie Sachlichkeit, die Gefühlsebene, die Liebesgeschichte, die Hoffnungen oder der geschichtliche Hintergrund?

Es ist die Fülle von alle, was mich an dem Buch gefangen nimmt, besonders aber die Vielfältigkeit der menschlichen Empfindungen. Warum reagieren wir so, wie wir reagieren? Warum sind wir so, wie wir sind?

 

Seite 95

"Womöglich haben sie Sinne, die wir gar nicht kennen; vielleicht können sie feinste Schwingungen sehen, vielleicht Gefühltes hören, Düfte ertasten und Gesehenes riechen."

 

Seite 127

"So will er wissen, wie es möglich ist, dass eine Königin die Gefangene ihres Volkes sein kann."

 

Seite 218

"Die Toten wurden aus den Gräbern geschleudert und in frisch aufgerissenen Trichtern zum zweiten Mal beerdigt."

 

Shortlist Deutscher Buchpreis 2019


10 Sterne                      03.10.2019

 

"Mein eigenes Schweigen als Antwort darauf." Seite 79

 

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Der Verlauf hat ständig überrascht und stutzig gemacht. Ich glaube, Raphaela Edelbauer hat die Menschen in ihrer Geschichte gut eingefangen. Man glaubt das, was man möchte. Die Menschen blenden das Unangenehme und Unbequeme aus. Stimmungen und Atmosphären werden wunderbar wiedergegeben und der Leser kann sich plötzlich die skurrilsten Dinge vorstellen.

 

"Ein Ort, der nicht gefunden werden will." Klett-Cotta Verlag

 

Seite 145

"Über meinem Schreibtisch hing eine Tafel, die die drei Schlagworte auflistete, an denen sich meine Arbeit zu orientieren hatte: Schönung, Streckung, Auffüllung"

 

Seite 210

"Mit einem Gefühl kaum zu unterdrückender Scham unterzeichnete ich dieses Protokoll des Irrsinns, das im Salon verfasst worden war, und verschickte es an die Gemeinderäte".

 

Shortlist Deutscher Buchpreis 2019